15.02.21

Ich wäre gerne ein Anderer

Es gibt Tage, da fühlen wir uns einfach nicht wohl und wir würden am liebsten in die Haut eines Anderen schlüpfen. Der Familiengottesdienst ging dieser Stimmung in uns nach. Die Kinder waren in bunten Kostümen erschienen und zeigten ihre Freude, sich Karneval verkleiden zu können. Und wir Erwachsenen fühlten uns an eigene Kindertage erinnert.

Es war ein fröhlicher Gottesdienst. Dazu trugen nicht zuletzt die Kinder in ihren bunten Kostümen bei. Erinnerungen an eigene Karnevalsverkleidungen in Kindertagen wurden wachgerufen und später bei einem Kaffe ausgetauscht. Die Kostüme haben sich über Jahrzehnte sicher verändert. Geblieben ist jedoch die Sehsucht, für einen Tag ein Anderer/ eine Andere zu sein.

Diese Grundgedanken nahm Pfr. Thomas Reppich in seiner neuen Geschichte von Trixi und Lupo auf. Am Karnevalsonntag besucht Trixi Lupo und will ihn dazu überreden, mit ihm in der nahegelegenen Stadt den dortigen Karnevalsumzug zu besuchen. Lupo hält dies zunächst für einen schlechten Scherz. Er hat eine schlechte Nacht hinter sich und ihm ist ganz und gar nicht danach, fremde Kisten zu schleppen. Trixi klärt ihn auf, dass es nicht um einen Möbelumzug geht. Am Ende kann er ihn doch überreden und beide machen sie auf den Weg in die Stadt. Nach Stunden kehren sie vergnügt zurück und sind froh wieder aus ihren Kostümen schlüpfen zu können. Trixis Erkenntnis ist: „Im Grunde ist es viel schöner zu sein, der man ist." Vor allem, wenn man einen Freund hat, der zu einem hält, egal wie man sich verhält. (Geschichte ganz lesen)

Durch die Geschichte erschloss sich zwischen den Zeilen den Erwachsenen eine ganz andere Wahrheit: Es ist gut, Gott zum Freund zu haben. Er nimmt uns so an, wie wir sind.

Die kleinen technischen Pannen am Anfang - ein Kurzschluss und Probleme mit der Lautsprecheranlage - konnten den Gesamteindruck des Gottesdienstes nichts anhaben. Gerade die Pannen verwiesen auf etwas, was wir leicht übersehen: Gottes Gegenwart zeigt sich gerade in Zeiten, die wir auf den ersten Blick als nicht optimal bezeichnen würden.

Wir "Älteren" wurden reich beschenkt mit der Gegenwart der Kinder. Wir konnten uns wie Großeltern fühlen, die Besuch von den Enkeln hatten und am Abend ganz erfüllt auf einen wunderschönen Tag zurückblicken. Das Leben geht weiter, trotz allem und Gott ist an unserer Seite.